Modellbahn Club Guben

Modellbahn Club Guben

Historie

Lokomotivdienst in Guben

Mit der Eröffnung der durchgehenden Eisenbahnverbindung Frankfurt (Oder) - Breslau (Wroclaw, VR Polen) mussten zur Behandlung der Lokomotiven auf größeren Unterwegsbahnhöfen auch Behandlungsanlagen geschaffen werden, die der Ausgangspunkt für das Entstehen der Betriebswerke waren. So auch in Guben, dem ersten größeren Bahnhof nach Frankfurt (Oder). Der heute noch erhaltene zweiständige Lokschuppen legt davon Zeugnis ab. Die Betriebseröffnung der NME erfolgte mit 15 holzbeheizbaren Lokomotiven, Achsfolge 2An2, des amerikanischen Modells von Norris/Philadelphia, die bereits 1847 durch neue Maschinen der Achsfolge 1A1, geliefert von der Fa. Tischbein, Magdeburg-Buckau, ersetzt wurden. Diese waren dann fast 20 Jahre im Einsatz. Die Älteren Modelle waren nur noch auf kürzeren Strecken, bzw. bei Strecken- und Erdarbeiten im Dienst. 1850 lieferte Stephenson für die NME Personenloks der Achsfolge 1Bn2. 1B-Lok Übernahmen 1853 auch den Güterzugdienst. Die Firma August Borsig lieferte 1864 1B-Lok für den Universaldienst an Schnell-, Personen- und Güterzügen, erstmalig mit der Anwendung des Außenrahmens, Außenzylindern und äußerer Steuerung bei einer deutschen Maschinenfabrik. Außenseiter im Bestand der NME blieben 1865 von Borsig, sowie von Schwartzkopff gelieferte Güterzugloks mit Außenrahmen und Innenzylindern. 1Bn2-Personenzugloks wurden in einer Serie von 35 Loks in den Jahren 1869 - 1874 von Schwartzkopff für die NME gebaut. Sie erlebten noch die Umzeichnung in den Jahren 1905/06 und wurden in die Gattung P 2 eingereiht und etwa 1910 ausgemustert. 1869/70 kamen zum Betriebswerk in Guben noch die Lokomotiven der Märkisch-Posener Eisenbahn, sowie die 1A1-Lokomotiven der Halle/Sorau-Gubener Eisenbahn. Diese wurden als letzte dieser Art von der Fa. Fritz Wöhlert, Berlin, gebaut. Auf Grund des stark gestiegenen Lokomotivbetriebes wurden um 1870 der erste größere Lokschuppen auf der Ostseite des Bahnhofs errichtet. Es war ein 11ständiger Halbrundschuppen mit einer 16 m Drehscheibe, Wasserturm und Kohlebansen. Zwischen 1870/80 erfolgte dann der Bau

des 11ständigen Halbrundschuppens auf der Westseite des Bahnhofs, allerdings ohne Behandlungsanlagen und nur als Abstellschuppen bei Dienstruhe genutzt, während die Reparaturen im Ostschuppen mit der eingebauten Achssenke ausgeführt wurden. Auf den mittlerweile schon längst verstaatlichten Strecken tauchten auch sehr bald die ersten preußischen Normallokomotiven auf, wie die Baureihen S 3, P 2, G 3 die als erste Bemühungen der preußischen Lokbauvereinigung zu werten sind. Genauere Angaben über den Lokbestand im Bw Guben liegen ab 1920 vor. 1920 waren ca. 35 Lokomotiven, ca. 70 Personale und etwa 100 Arbeitskräfte an Schlossern, Betriebsarbeitern und Verwaltungskräften im Einsatz. 1939 waren es ca. 40 Maschinen, 90 Personale, d.h. insgesamt etwa 300 Beschäftigte. 2 Triebwagen mit den Betriebsnumntern VT 866 und VT 867 erhielt das Bw Guben 1933 zugeteilt, die bis 1939 im Einsatz standen und auf den Strecken zwischen Frankfurt (Oder), Forst, Weißwasser und Cottbus fuhren. Die gestiegenen Leistungsanforderungen ließen in den 30iger Jahren dann die BR 50, BR 56.2, BR 74 und BR 93 auftauchen. 1943 erhielt das Bw Guben auch Lokomotiven der BR 52. Diese sogenannte “Kriegsloks” entstand aus der BR 50 und war speziell für einen Einsatz unter Kriegsbedingungen gedacht. Durch die DR wurde eine Anzahl der übernommenen Loks zu Beginn der 6oer Jahre rekonstruiert und als BR 52.8o in den Bestand eingegliedert. Während die Beschäftigungszahl im Februar 1945 noch 425 Personen und der Lokbestand 54 Loks betrug, waren zum Kriegsende Bahnhof und Bw völlig verwüstet. Nicht nur alle Gleise und Weichen waren zerstört, sondern auch die übrigen Anlagen, wie z.B. 5 Stellwerke, 3 Lokschuppen, 2 Wassertürme mit Pumpstationen usw. Sehr beschädigt waren auch das Empfangsgebäude durch die Sprengung der Basa. Ãœber die gesamten Bahnhofsgleise war, ungefähr in Höhe der Bushaltestelle, eine Straße gebaut und sämtliche

Schienen in diesem Bereich für diesen Zweck ausgebaut. 1948/49 hatte sich der Eisenbahnbetrieb weitgehend “normalisiert” und der Lokbestand betrug 12 bis 15 Stück. Alle Zugleistungen wurden bis Ende der 50er Jahre mit Lokomotiven der Baureihen 55 und 38 gefahren, den Rangierdienst hatte die BR 92 übernommen. In Einzelexemplaren zeigte sich auch die BR 52 wieder. An Triebwagen waren von 1966 - 1975 zwei Einheiten im BW - Bestand, z. B. VT 171 101 und 102, sowie VT 171 105 und 106. Ihr Einsatz erfolgte hauptsächlich auf der Strecke nach Forst und Weißwasser. Von Jahr zu Jahr machte sich auch der Traktionswandel stärker bemerkbar. 1963 wurden die Lokomotiven der BR 55 durch Diesellokomotiven der BR 106 im Rangierdienst ersetzt. Bereits 1971 zog auch die BR 110 im Gubener Bw ein und löste endgültig die langgedienten P 8 ab. Endgültig schien auch die Ablösung der BR 52.80 zu sein, als Anfang der 70er Jahre die BR 120 in der Gubener Lokeinsatzstelle ihren Dienst aufnahm. Das Bw Guben war ab 1. 6. 1969 Lokeinsatzstelle geworden und gehörte fortan zum Bw Cottbus. Die kräftigen sowjetischen Dieselloks verdrängten nach und nach die “Dampfer” aus ihren Leistungen. Nur noch wenige Reservemaschinen blieben im Bestand, die neben dem Einsatz als Heizloks gelegentlich auch zu Zugleistungen herangezogen wurden. Ein Come-back hatten die Dampfloks in der Lokeinsatzstelle Wilhelm-Pieck-Stadt Guben mit dem verstärkten Abstellen der Ölgefeuerten Loks und den Bemühungen zur Einsparung von Dieselkraftstoff. So sind gegenwärtig wieder 52er im Bestand, von denen zwei einen planmäßigen Zugdienst fahren. Zu Heizungszwecken und zur Weichenbeheizung auf dem Bahnhof stehen der Einsatzstelle auch noch zwei Lokomotiven der BR 44 zur Verfügung. Autoren: Thomas Zach, Werner Schulz, Jürgen Kretschmann AG2/11 “Modelleisenbahn” Wilhelm Pieck Stadt Guben

Historisches

* 7. 10. 1829 George Stephenson gewinnt mit seiner Lokomotive The Rocket den Lokomotivwettbewerb von Rainhill. Seine Konstruktion wird Ausgangspunkt aller nachfolgenden Lokomotivkonstruktionen.
* 1833 Dr. Friedrich List entwirft die Grundzüge eines deutschen Eisenbahnnetzes und veröffentlicht sie in der Schrift: über ein sächsisches Eisenbahnsystem als Grundlage eines allgemeinen deutschen Eisenbahnsystems.
* 7. 12. 1835 Eröffnung der ersten deutschen Eisenbahn Nürnberg - Fürth mit der Lokomotive “Der Adler”. Die Lokomotive lieferte Stephenson aus Neweastle.
* 1835 - 1839 Bau der Eisenbahnlinie Leipzig - Dresden; der ersten Eisenbahnlinie auf dem Gebiet der heutigen DDR.
* 1838 Johann Andreas Schubert, Lehrer und Professor am Polytechnikum in Dresden, der späteren Technischen Hochschule und heutigen Technischen Universität, baut 1838 die “Saxonia”, die erste in Deutsehland konstruierte und hergestellte leistungsfähige Lokomotive.
* 7. 4. 1839 Eröffnungsfahrt auf der Eisenbahnlinie Leipzig - Dresden.
* 28. 3. 1840 Vorläufige Genehmigung und am 15. 5. 40 Konzession zum Bau der Berlin - Frankfurter Eisenbahn.
* 1. 6. 1841 Erster Spatenstich zum Bau der Strecke Berlin - Frankfurt (Oder).
* 23. 10. 1842 Aufnahme des Personenverkehrs zwischen Berlin und Frankfurt (Oder).
* 1843 Die Niederschlesisch-Märkische Eisenbahngesellschaft (NME) erhält die Konzession zum Bau der Strecke Frankfurt (Oder) nach Breslau (Wroclaw, VR Polen). Beginn der Vermessungsarbeiten.
* 11. 8. 1845 Grundsteinlegung zum alten Empfangsgebäude Guben. Dieses Empfangsgebäude existiert jetzt noch und wird von verschiedenen Dienststellen genutzt.
* 31. 8. 1845 Beginn der Montage der Eisenbahnbrücke über die Neiße.
* 17. 7. 1846 Erster Versuchszug zwischen Guben und Sorau (Zary, VR Polen).
* 1. 9. 1846 Offizielle Eröffnung der Strecke Frankfurt (Oder) nach Breslau (Wroclaw, VR Polen).
* 2. 1. 1850 Einführung der Königlichen Verwaltung bei der NME. Anlaß war die Notwendigkeit, daß vom Staat an drei aufeinanderfolgenden Jahren mehr als 1% des Anlagekapitals als Zuschüsse geleistet werden mussten.
* 1. 1. 1882 Übernahme der Bahn in Staatseigentum als Königlich Niederschlesisch-Märkische Eisenbahn.
* 1866 Erteilung der Konzession zum Bau der jetzigen Strecke von Wilhelm-Pieck-Stadt Guben nach Poznan (VR Polen) ; der ehemaligen Märkisch-Posener Eisenbahn (MPE).
* 1867 Beginn der Aufschüttung der Dämme der MPE.
* 1868 Genehmigung zum Bau der Halle - Sorau-Gubener Eisenbahn (HSG)
* 26. 6. 1870 Offizielle Eröffnung der MPE.
* 1871 Bau des neuen Empfangsgebäudes in Guben.
* 1. 9. 1871 Eröffnung der Teilstrecken Guben - Cottbus und Eilenburg nach Halle über Delitzsch.
* 1870 - 1972 Bau der Königlichen Hauptwerkstatt,
 dem jetzigen Oberhauwerk.
* 1901 Beginn des Bahnbaus zwischen Guben und Forst/NL.
* 1. 6. 1904 Eröffnung der Strecke zwischen Guben und Forst/NL.
* 1911 Eröffnung des Haltepunktes Groß Breesen ( Guben Nord )
* 1924 Ein Großfeuer vernichtet die ehemalige Königliche Hauptwerkstatt
* 1938 Zwischen Berlin und Breslau (Wroclaw. VR Polen) erfolgt ein Einsatz von Triebwagen der BR 183.2 Bauart - Leipzig.
* 18. 2. 1945 Der Betrieb auf dem Bahnhof Guben wird eingestellt.
ZEITTAFEL II
* 31. 7. 1945 Vorläufiger Abschluss der Räumungsarbeiten.
* 1. 8. 1945 Der Bahnhof Guben wird von der polnischen Staatsbahn übernommen.
* 1. 10. 1945 Der Bahnhof Guben wird der neu gegründeten Rbd Cottbus zugeteilt. Vor 1945 gehörte der Bahnhof Guben zur Rbd Frankfurt (Oder).
* 5. 8. 1948 Das Kreuzungsbauwerk ist wieder hergestellt. Im gleichen Jahr konnte auch eine Drehscheibe in Betrieb genommen werden.
* 1952 - 1953 Das Zweite Gleis der Strecke Guben -Frankfurt (Oder) wurde neu gebaut.
* 1954 Das Bw, die jetzige Lokeinsatzstelle in Wilhelm-Piek-Stadt Guben Nord wird fertiggestellt.
* 13. 5. 1971 Inbetriebnahme des Gleisbildstellwerkes B 1.
* 1971 Einführung des Sprechfunks.
* 28. 5. 1972 Die Dienststelle Wilhelm-Pieck-Stadt Guben wird Grenzgemeinschaftsbahnhof. Gleichzeitig erfolgt die Aufnahme des Reiseverkehrs zur VR Polen.
* 19. 12. 1973 Abschluss der Baumaßnahmen zur Weichenheizung für 102 Weichen.
* 1974 Eröffnung eines Auslands- und Auskunftsschalters
* 1976 Bau des Zweiten Gleises von Wilhelm-Pieck-Stadt Guben nach Cottbus.
* 1981 Einstellung des Reiseverkehrs zwischen der DDR und Polen
* 1981 Einstellung des Personenverkehrs zwischen Guben und Forst
* 22. 4. 1982 Übergabe des rekonstruierten Personentunnels.
* 1990 Aufnahme des elektrischen Fahrbetriebes
* 1991 Schließung der Strecke Guben-Forst
* 1996 Wiederaufnahme des Reiseverkehrs zwischen Guben und Zielona Gora ( Polen)
VERBESSERUNG DER ARBEITSUND LEBENSBEDINGUNGEN
* 1. 3. 1972 Einführung der Freiwilligen Zusatzrentenversicherung
* 1972 Einführung der Spätversorgung
* 28. 3. 1973 Erscheinen der neuen Eisenbahnverordnung
* 1. 1. 1974 Neuregelung des Freifahrwesen
* 1974 Zuweisung von Neubauwohnungen, Bau von 50 Garagen
* 1977 Anschluß des Stellwerks B 2 Süd an die Ferndampf Versorgung
* 1978 Im Rahmen des Wohnungsbauprogramm erhält der Bf Wilhelm-Pieck-Stadt Guben 6 WE, desgleichen noch einmal 1981 weitere 23 WE
* 1980 Einführung der Nachtversorgung, sowie der Jahresfreifahrt für den Schichtdienst
* 1982 Im Mai erfolgt die Übergabe der Gleiswaage im Juli die Inbetriebnahme des neuen Küchenbaus
* 19. 12. 1983 Übergabe der Sanitätsstelle
* März 1984 Auslieferung von Kühlkost für die Stellwerke
* September 1984 Bau von 6o Garagen
Autoren: Thomas Zach, Werner Schulz, Jürgen Kretschmann AG2/11 Modelleisenbahn Wilhelm Pieck Stadt Guben