Modellbahn Club Guben

Modellbahn Club Guben

Polen

Clubfahrt Modellbahn-Club Guben e.V. 7. und 8. Mai 2011
Polenfeldzug 2011Anfang des Jahres reifte die Idee die diesjährige Exkursion ins Nachbarland Polen zu machen.
Am 7. Mai machten sich 10 tapfere Kämpfer (okay einige waren nicht wirklich kampffähig) auf, um die Spuren Ihrer Ahnen zu erkunden. Ausserdem sollte die Standfestigkeit und die Wiederinbetriebnahme eines epochalen Bauwerks geprüft werden.
Gegen 7 Uhr machten sich zwei Fahrzeuge auf den Weg nach Forst um auf der polnischen Seite ihren polnische Führer zu treffen. Dieser wurde von Gerd und seiner Frau auserkoren. Also lernten wir Kasimierz Meyer kennen (Meyer Turistik). Ein sehr sympathischer und auf den ersten und auch letzten Blick witziger und wortgewandter Typ der jeden Spass, war er auch noch so derb, mitmachte, aber dazu später mehr.
Trotz sorgfältiger Vorbereitung und Anweisung an alle Teilnehmer der Tour, musste als erstes eine Tankstelle und eine Wechselstube gefunden werden. Letzteres gestaltet sich etwas schwieriger weil die ortsansässigen Kantoren noch nicht arbeiten wollten.
Erste Bauwerke aus dem 2. Weltkrieg konnten wir nach abenteuerlicher Anfahrt über alte Panzerstrassen sehen. Durch fliegenverschmierte Scheiben war ein grösseres Objekt zu sehen, das sich später als Frauenknast herausstellte.
Bei Einigen Teilnehmern war die Enttäuschung groß das wir dieses Objekt nicht näher in Augenschein genommen hatten.. In freudiger Erwartung der Rückfahrt auf den total ausgefahrenen Panzerstrassen wurde wir derb enttäuscht weil es auch noch eine richtige Strasse gab über die man das Militärgebiet auch hätte anfahren können.
Da der Modellbahn-Club immer hungrig und durstig ist wurde als nächstes Ein Motel angefahren in dem erstmal gefrühstückt wurde.
Als alle gestärkt waren sahen wir den allmächtigen Herren in unvorstellbarer Grösse nicht nur vor unserem inneren Auge. Die polnische Kirche hat am Ortsrand Swiebodzin eine 36 Meter hohe Jesusstatue (und damit die höchste der Welt) bauen lassen. Interessant war zu sehen das Schrottdiebe bereits einen Kran aufgebaut hatten um der Statur die Stählerne Krone zu stehlen.
Nächste Station auf der abenteuerlichen Reise war die Stadt Lagow. Nachdem die Fahrzeuge abgestellt wurden ging es zu Fuß durch die Stadt und um die sich im Ort befindliche Burg, in der wir später auch Mittag essen wollten. Auf dem Weg durch die Stadt führte uns der Weg auch zu einer alten Eisenbahnbrücke. In der Nähe der Brücke standen auch zwei Altkleidercontainer. Nachdem Vincent sich ein neues Hemd besorgt hatte wollte Wolfgang ihm auch noch eine Bluse aufschwatzen die Vincents Geschmack aber nicht traf. Nachdem nun endlich Vincent vernünftige Klamotten hatte gingen wir noch zum Seeufer an dem nach Jahren endlich mal ein Gruppenbild entstand auf dem alle Teilnehmer vernünftig aus der Wäsche schauten.
Nach dem Gruppenbild konnten wir noch die herrliche polnische Hügellandschaft genießen, auch das wurde bildlich festgehalten. Die Stimmung von unserem Kiffer wurde auch schlagartig besser, etwas später sollte das aber anders sein.
Vor dem Mittagessen mussten wir noch den Aussichtsturm der Burg erklimmen. Oben angekommen hatten wir einen herrlichen Ausblick auf die umliegende Landschaft. Außerdem konnten wir uns ein letztes Mal die von uns abgestellten Fahrzeuge in voller Pracht bewundern. Nach dem Mittagessen sollte unserem Oberspaßmacher Renato ein ordentlicher Schreck in die Glieder fahren. Wir nahmen im Anschluss ein vorzügliches Mahl ein. Das Restaurant kann man uneingeschränkt weiter empfehlen. Es Gab Tomatensuppe die auch danach schmeckte. Im Anschluss gab es totes Huhn mit Gemüse und Kartoffeln, dazu wurde Hecke gereicht. Während des Essens wurde ein schrecklicher Plan verwirklicht. Nach dem Essen organisierte der Führer noch die Besichtigung einiger Zimmer die man auch für Übernachtungen buchen kann. Nach der Besichtigung des ersten Zimmers verschwanden 3 Kameraden spurlos. Diese wurden nachdem ein weiteres Zimmer besichtigt wurde aus Ihrem Gefängnis befreit, das war aber noch nicht der Plan von dem vorher gesprochen wurde, sondern eine spontane Spaß-Einlage. Der Führer grinste nach der Aktion schon herrlich, aber es sollte ja gleich noch besser kommen. Renato versuchte während sich die Gruppe sammelte per Fernbedienung die Lüftung des T5 zu aktivieren. Durch die dicken Burgmauern schien er aber keine Verbindung zum Fahrzeug aufbauen zu können.
Auf dem Weg zum Parkplatz merkte als erster Hansi das Renatos T5 nicht mehr neben dem BMW stand. Als er Renato darauf ansprach und er sah das das Auto weg ist entfuhren ihm alle Gesichtszüge. Ich habe Renato noch nie so gesehen. Vollkommen aufgelöst berichtete er dem Führer das die Polizei gerufen werden müsse weil das Auto weg ist. Auch aus dem Gesicht des Führers verschwand die Fröhlichkeit und wich blankem Entsetzen. Ich hätte Renato jetzt noch ein bisschen zappeln lassen aber Gerd löste die Situation auf. Drei Clubmitglieder, Gerd Vincent und ich, freuten sich bereits die Ganze Zeit über den derben Spaß. Ich zeigte Renato den Ersatzschlüssel seines Auto. Er brauchte eine ganze Weile um zu verstehen das ich mir den Schlüssel besorgt hatte und wir das Auto nur umgeparkt hatten. Sein Entsetzen schlug schlagartig im Jubel mit begleitendem Tanz als der T5 wieder um die Ecke bog. Danke an Kerstin die uns bei dieser Aktion herrlich unterstützt hat.
Nachdem die Fahrzeuge wieder besetzt waren fuhren wir an eine Brücke an der auch ein Bunker stand. Nachdem Kasi uns die Technik der Brücke und den Aufbau des Bunkers erklärt hatte schwang Micha sich todesmutig über einen verrosteten Steg ins innere des Bunkers. Einige Kameraden folgten ihm kehrten aber nach kurzer Zeit wieder weil im inneren nichts zu sehen war, lag eventuell aber auch an der Fensterlosigkeit des Objekts.
Weiter führte uns der Weg endlich an den Ostwall. Nachdem wir die Fahrzeuge abgestellt hatten lernten wir unseren neuen Führer für die nächste Stunde kennen. Andre eroberte zwischenzeitlich ein DIXI Klo. Sichtlich erleichtert stieß er wieder zur Gruppe. Wir erhielten in der Zwischenzeit unsere Lampen die den Weg erleuchten sollten.
Die Betonung liegt hier auf sollten, unsere eigene Technik war hier deutlich leistungsstärker. Wolfgang fühlte sich in alte Zeiten versetzt als wir einen Aufenthaltsraum für die Wachmannschaften betraten, er machte es sich sofort in alter Dienstkleidung (Helm und Karabiner) auf einem Stuhl bequem. Unserem zu dem Zeitpunkt schon hustenden und ächzenden Führer gefiel das offensichtlich, auch er lächelte unübersehbar. Seine Atemgeräusche wurden deutlich schlimmer als Renato einen Racheakt ausübte. Der üble Bunkergeruch wich einem deutlich stärkerem Gestank. Auf dem Rundgang sahen wir auch einige Fledermäuse die den alten Bunker bevölkert hatten. Diese kleinen Tierchen erklärten auch die Konstruktion der Bunkertore die aus riesigen Vierkantprofilen zusammen gesetzt waren. Die possierlichen Tierchen hatten offensichtlich auch ein vernünftiges Verhalten was an relativ großen Haufen von Ausscheidungen auf dem Boden erkennbar war. Nachdem wir das Tageslicht wieder erblickt hatten stolperte kurz mach uns der für unsere Begriffe erste wirkliche Pole, mit Fuselflasche in der Hand und total breit. Diverse Verletzungen zeugten von seinem Kampf zurück ans Tageslicht. Auf dem Weg zu den Autos deckten sich einige Kameraden mit wärmenden Getränken ein, war es im Bunker doch etwas kühl. Andere warme Getränke wurden am Auto genossen. Auf dem Parkplatz war dann noch polnische Geselligkeit zu bewundern. Eine Gruppe junger Polen machte ein Lagerfeuer und genoss Grillwurst und sinnesanregende Getränke.
Nachdem die unterirdischen Anlagen inspiziert wurden fuhren wir noch zu einem oberirdischen Teil der Verteidigungsanlage. Dort gab es unter anderem auch einen Russischen Panzer T 34 und diverse Geschütze zu bewundern. Auch wurde eine Panzerabwehrstellung begutachtet.
Auf dem Weg zur Herberge wurde uns bei einem Abbiegevorgang schlagartig klar das das Heck des T5 überaltert war. Uns wurde klar das die Sitzverteilung im Bus ganz klar nach Alter, ich nehme an absichtlich, strukturiert war. Je weiter man nach vorn rutschte umso geringer war das Durchschnittsalter.
In der Herberge angekommen wurde unserem Grill schon ordentlich eingeheizt. Nach dem die Zimmer bezogen waren ging es ohne Unterbrechung zum gemütliche Teil des Abends.
Wir genossen köstliches vom Grill, dazu Schmalzstullen und die allseits beliebte Hecke. Auch die polnischen Getränke sagten der Allgemeinheit zu.
Karl Heinz wollte etwa in der Mitte des Abends plötzlich schlagartig aufstehen, sah jedenfalls so aus, und räumte dabei den Tisch ab.
Um auch zu beweisen das wir Modellbahner sind brachte Renato zu später Stunde seine Mini Anlage (Maßstab 1zu900) aus dem Auto. Die polnischen Gäste und auch unser Führer waren stark verwundert wie so etwas funktioniert.
Zu später Stunde gaben Renato und ich noch unsere Tanzkünste zum besten. Auch neue Freundschaften wurden geschlossen, so wich uns Richard nicht mehr von der Seite. Im ganzen kann man sagen das die Polen ein gastfreundliches Volk sind mit denen man Spaß haben kann.
Nach kurzer Nacht und Frühstück verließen wir die Herberge in Richtung Wollstein. Dem wahrscheinlich letzten Paradies für alte Dampfloks, die dort immer noch im Plandienst eingesetzt werden. Nachdem der Zug eingefahren war und wir schon reichlich Bilder gemacht hatten wurden ich und Gerd aufgefordert die Fahrt auf dem Führerstand mitzumachen. Dieser Einladung folgten wir natürlich gern und erlebten die wohl beste Zugfahrt unseres Lebens. Auf dem Führerstand waren neben dem polnischen Lokpersonal auch zwei Amerikaner die Ihrem verrückten Hobby, Dampflokfahren, frönten. An der ersten Station tauschte ich meinen Paltz mit Vincent der ebenfalls nachvollziehbar auf den Führerstand wollte. An der zweiten Station verließen wir den Zug wieder um auf polnische Art und Weise mit 10 Mann im T5 den der Führer an den Ankunftsort gefahren hatte wieder zurück nach Wollstein zu kommen. Dort angekommen wurde das BW in Augenschein genommen. Nach kurzer Wartezeit sollte wieder ein Zug durchfahren. Aber das Glück war uns hold. Der Zug fuhr nicht durch sondern die Lok wurde ins BW rangiert um dort Kohle und Wasser zu fassen. Wir konnten die Rangierfahrt über die Drehscheibe und die Arbeiten hautnah verfolgen.
Im Souvenirshop des BW wurde dann noch der ein oder andere Zloty umgesetzt ehe es weiter Richtung Mittagessen und Heimat ging. Nach dem Mittag fuhren wir noch zur Besichtigung einer kleinen alten von außen unscheinbaren Holzkirche. Überrascht waren wir von der Innengestaltung der Kirche die wirklich faszinierte.
Auf dem Weg in die Heimat wurde dann noch kurz vor Forst ein weiteres Militärgelände besichtigt, auch dort waren zahlreiche Bunker und andere Militäranlagen zu sehen. Dort wurde unter andrem auch Nitrozellulose hergestellt. Heute standen freilich die meisten Anlage leer. Nur ein Paintball-Spielfeld hatte sich im Wald angesiedelt und war gut besucht.
Unseren Führer setzten wir an der Tankstelle wieder aus an der wir seinen WOK der wider Erwarten nicht gestohlen wurde wieder aus. Nach der Verabschiedung ging es dann nach einem abenteuerlichen und sehr interessanten Wochenende wieder nach Hause.
Christoph Grund